Tokio (JAPANMARKT) – Japans Eisenbahnen genießen einen legendären Ruf. Jetzt gibt es jedoch gleich zwei große Schwierigkeiten zu überwinden.

Beschädigte Züge

Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Taifun hat JR West die Shinkansen-Strecke zwischen Tokio und Kanazawa wieder in Betrieb genommen. Überschwemmungen hatten elektrische Leitungen zerstört, die erst wiederhergestellt werden mussten. Jedoch muss der Betreiber auf ein Drittel seines Zugmaterials verzichten.

Der Bruch eines Uferdammes als Folge des Taifuns hatte nämlich einen Parkbahnhof nahe Nagano mit zehn Shinkansen-Züge halb unter Wasser gesetzt. Dabei wurde offenbar die Elektrik der Züge zerstört, sodass sie voraussichtlich verschrottet werden müssen. Der Schaden könnte 250 Millionen Euro betragen.

Verzögerte Maglev

Auch das größte Bahnprojekt in Japan steht vor einer Verzögerung. Der Bau der Magnetschwebebahn von JR Central zwischen Tokio und Nagoya ist zum Erliegen gekommen. Die Präfektur Shizuoka weigerte sich, die vollständige Bohrung eines Tunnels unter dem Fluss Oi zu erlauben. Das Projekt könnte die Wassermenge für die Anwohner verringern, erklärte die Präfektur.

Das zuständige Verkehrsministerium versucht zwar im Hintergrund, einen Kompromiss herbeizuführen, aber laut japanischen Presseberichten liegt eine Lösung noch in weiter Ferne. Damit dürfte die Chuo Shinkansen-Linie zwischen der Tokioter Shinagawa-Station und der Nagoya-Station voraussichtlich nicht zum geplanten Termin 2027 eröffnet werden.

Foto: Hokuriku-Shinkansen (flickr/jens kuu CC BY 2.0)