Tokio (JAPANMARKT) – Die Zahl der in Japan lebenden Ausländer ist auf einen neuen Rekordwert geklettert. Dazu trugen auch bleibende Studierende bei.

Neue Höchstwerte

Mit Stand Ende Juni hatten 2,83 Millionen Ausländer ein Aufenthaltsrecht in Japan. Das waren 3,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit sind nun 2,24 Prozent der gesamten Bevölkerung von Japan von ausländischer Herkunft. Die neuen Arbeitsvisa, die seit April vergeben werden, wirkten sich auf diese Zahlen noch nicht aus.

28 Prozent der ansässigen Ausländer haben ein permanentes Aufenthaltsrecht, zum Beispiel als Ehepartner eines japanischen Staatsbürgers. Die technischen Praktikanten, die bis zu fünf Jahre bleiben dürfen, stellen 13 Prozent der Ausländer und die Austauschstudierende 12 Prozent.

Nach offiziellen Angaben stieg die Zahl der hochqualifizierten Fachkräfte mit Hochschulabschluss und Spezialkenntnissen – eine neue Kategorie von Zuwanderern – um 18 Prozent zum Vorjahr. Das am stärksten vertretene Ursprungsland mit einem Viertel ist China, dahinter folgen Südkorea und Vietnam.

Bevorzugte Städte

Jedoch konzentrieren sich die Ausländer – anders als von der Regierung gewünscht und erhofft – auf die urbanen Regionen. Über 580.000 und damit mehr als ein Fünftel von ihnen wohnt in Tokio, an zweiter Stelle steht die Region um Nagoya mit 273.000, danach folgt Osaka mit 247.000 Ausländern.

Die neuerliche Zunahme der ausländischen Bewohner ist auch darauf zurückzuführen, dass mehr ausländische Universitätsabsolventen nach ihrem Abschluss in Japan eine Arbeit aufnehmen, statt in ihr Heimatland zurückzukehren. Im abgelaufenen Jahr waren es 25.900 Ausländer, die nach dem Studium eine Stelle antraten. Dafür müssen sie ihren Visumstatus ändern.

Darunter waren knapp 10.900 Chinesen, 5.200 Vietnamesen, fast 3.000 Nepalesen und 1.600 Südkoreaner. Den größten Anteil der Neueinstellungen mit fast einem Viertel machten Übersetzungs- und Dolmetscher-Jobs aus. Mehr als jeder siebte ging in Vertrieb und Marketing und jeder elfte in die Auslandssparten von Unternehmen.

Foto: Nagoya (Pxhere CC0)