Tokio (JAPANMARKT) – In den nächsten Jahren will Uniqlo in Indien und Südostasien 600 neue Geschäfte eröffnen. Der Bekleidungshersteller sieht dort schnelleres Wachstum als in China.

Uniqlos Mutterkonzern Fast Retailing setzt stark auf die Chancen in der Wachstumsregion Asien. Im Oktober hat Uniqlo sein erstes Geschäft in Delhi eröffnet. Indien mit seiner aufstrebenden Mittelschicht könnte von der Größe her langfristig gar Japan und China als Einzelmärkte übertreffen, glaubt Fast Retailing-CEO Tadashi Yanai.

Siebzehn Jahre habe es gebraucht, um in China 800 Geschäfte zu eröffnen. In Indien und Südostasien soll es nun schneller gehen: Innerhalb der nächsten zehn Jahre will Uniqlo die Anzahl seiner derzeit 200 Geschäfte vervierfachen. Dabei setzt der Textilhändler zum einen auf das rasche Wachstum in der Region, zum anderen auf die bestehende Infrastruktur von Fast Retailing. Das Investment-Budget für neue Geschäfte in Indien sei nahezu „unbegrenzt“, gab Tadashi Yanai vor einigen Monaten zu Protokoll.

Indien könne in Zukunft auch eine größere Rolle beim Sourcing von Textilien spielen, sagt Yanai. Bisher bezieht Uniqlo geschneiderte Mode vor allem aus China, Bangladesh und Indonesien. Wie andere Modemarken geriet auch Uniqlo in der Vergangenheit aufgrund mangelnder sozialer Standards bei Zulieferern in die Kritik. Im September kündigte der Mutterkonzern Fast Retailing ein Programm mit der Internationalen Arbeitsorganisation an, das die Grundrechte von Textilarbeitern stärken soll.

Yanai übernahm das Geschäft seines Vaters im Jahr 1984. Aus der Provinz Yamaguchi heraus baute er mit günstiger, aber gut verarbeiteter Freizeitmode ein Netz an Uniqlo-Shops in ganz Japan auf. Weltweit unterhält Uniqlo inzwischen 2.200 Geschäfte und steht in Konkurrenz zu Marktgrößen wie H&M und Zaras Inditex. In Deutschland ist Uniqlo in Berlin, Düsseldorf, Köln und Stuttgart vertreten.

Foto: Uniqlo Shanghai Store (Fast Retailing Co., Ltd.)