Tokio (JAPANMARKT) – Nicht nur das Silicon Valley produziert sogenannte Einhörner. Auch in Japan kommen einige noch nicht an der Börse notierte Startups auf eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Die wertvollsten Startups beschäftigen sich mit künstlicher Intelligenz (KI), Cloud Computing und neuen Materialien.

Eine neue Studie von Nikkei und Japan Venture Capital Association zeigt die aussichtsreichsten Firmen. Die Liste der wertvollsten Startups führt Preferred Networks mit einem Marktwert von 351 Milliarden Yen (ca. drei Milliarden US-Dollar) an. Das KI-Unternehmen entwickelt gemeinsam mit Toyota autonom fahrende Autos.

Zwei weitere Firmen kommen auf eine „Unicorn“-Bewertung von mehr als 100 Milliarden Yen. TBM mit 122 Milliarden Yen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich festes Papier ohne den Einsatz von Wasser aus Kalk herstellen lässt. Mit dem Plastik- und Papierersatz lassen sich nicht nur Einkaufstüten und Einweggeschirr, sondern auch hochwertige, wasserresistente Verpackungen herstellen. Im nächsten Jahr soll eine Fabrik in China entstehen.

Das dritte Unternehmen in der Liste ist Smart News, dessen News-App weltweit schon mehr als 40 Millionen Mal heruntergeladen wurde. Das jüngste Wachstum mit Kooperationen mit mehr als 250 Medienhäusern weltweit und Büros in Tokio, Palo Alto und Shanghai ließen die Bewertung auf 112 Milliarden Yen klettern.

Unter den 20 wertvollsten japanischen Startups finden sich sieben Fintechs, darunter die Cloud-Buchhaltungssoftware Freee, die bargeldlose Payment-App Origami und der Robo-Investment-Anbieter Wealth Navi. Daneben werden auch der Rollstuhlhersteller Whill, der Deep-Learning-Dienstleister Abeja und das Raumfahrt-Startup ispace mit mehr als 25 Milliarden Yen hoch bewertet.

Der von Softbank aus der Taufe gehobene Vision Fund mit seinen weltweiten Milliarden-Investitionen in aussichtsreiche Startups beflügelt weltweit die Bewertungen. Ob die hohen Bewertungen japanischer Unternehmen gerechtfertigt sind, wird sich erst bei einem Börsengang zeigen. Die Software-Firma Freee will noch kurz vor Weihnachten an der Tokioter Startup-Börse Mothers an den Start gehen.

Foto: Startup-Team (pixabay/rawpixel)