Tokio (JAPANMARKT) – Was in Europa WhatsApp ist, ist in Asien Line. Mit 80 Millionen Nutzern alleine in Japan ist Line das Kommunikationstool schlechthin. Jetzt will Softbank seine in die Jahre gekommene IT-Tochter Yahoo Japan mit dem agileren Wettbewerber verschmelzen.

Mit der Fusion von Line Corp. mit Z Holdings, dem Betreiber von Yahoo Japan, könnte Japans größtes Internetunternehmen entstehen. Gemeinsam würden die Umsätze sogar die des E-Commerce-Konzerns Rakuten übersteigen. Z Holdings, das zum Beteiligungskonzern Softbank gehört, bestätigte die Fusionsabsicht gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Demnach soll ein 50/50-Joint Venture gegründet werden, deren Anteile zu gleichen Teilen Softbank und Naver gehören sollen. Die Führung des Gemeinschaftsunternehmens aber will Softbank übernehmen. Die Transaktion hätte einen Wert von circa 27 Milliarden US-Dollar.

Line Corp., das dem südkoreanischen IT-Konzern Naver gehört, dagegen bestätigte nur, dass man nach Möglichkeiten suche, seinen Unternehmenswert zu steigern. Die Aktienkurse von Line und Z Holdings reagierten mit zweistelligen Kurssprüngen. Die Marktkapitalisierung von Line liegt bei circa zehn Milliarden US-Dollar, tritt aber seit Jahren auf der Stelle.

Softbank versucht seit Monaten seinem Internetgeschäft rund um die alternde Marke Yahoo neuen Schwung zu verleihen. Der Fokus liegt dabei auf dem Aufbau von E-Commerce-Aktivitäten wie der Paypay Mall. Diese zielt auf die Nutzer der Bezahl-App Paypay, die inzwischen auf fast 20 Millionen Downloads kommt. Auch die neue Beteiligung an dem sehr beliebten Onlinehändler Zozo Town hat man inzwischen in Yahoo integriert.

Um den Wettbewerbern Amazon und Rakuten Paroli zu bieten, wäre die Fusion mit Line eine ideale Kombination. Line verfügt über 82 Millionen Nutzer alleine in Japan und wäre eine ideale Werbeplattform. Außerdem verfügt Line ebenfalls über eine weit verbreitete Pay-Funktion.

Foto: Line (image: freepik.com/ijeab)