Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Atomaufsicht hat dem Hochfahren des Kernkraftwerks Onagawa zugestimmt. Seit der Katastrophe von Fukushima ist Japan praktisch ohne Kernkraft ausgekommen, in der künftigen Energiestrategie spielt sie aber noch eine Rolle.

Onagawa ist erst der zweite vom Erdbeben von 2011 betroffene Reaktor, der zurück ans Netz gehen soll. In Reaktor 2 seien die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit zufriedenstellend abgeschlossen. Das Kernkraftwerk, das aus drei Siedewasserreaktoren besteht, steht seit dem verheerenden Erdbeben vom 11. März 2011 still. Es lag dem Epizentrum im Nordosten Japans am nächsten, erlebte Schäden durch eintretendes Wasser, aber keine vollständige Überschwemmung wie Fukushima Daiichi. Vier der fünf Notstromaggregate in Block 2 fielen aus, das verbleibende aber reichte aus, um die Notkühlung des Reaktors aufrechtzuerhalten.

Die Atombehörde hatte nach dem Erdbeben umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Dazu gehört der Bau eines Schutzwalls von 29 Meter Höhe, der vor Tsunamis schützen soll. Der bisherige Schutzwall lag bei 15 Metern. Die Maßnahmen kosten Tohoku Electric 340 Milliarden Yen. Der Versorger rechnet mit einem Neustart im Geschäftsjahr 2020. Block 1, der schon 1984 in Betrieb ging, wird vollständig rückgebaut.

Nach dem Erdbeben sah es eine Zeit lang so aus, als werde Japan den langsamen Ausstieg aus der Atomkraft beschließen. Zwischenzeitlich lagen alle 54 Atomreaktoren still. Doch unter Premierminister Abe entschied die neu gegründete Atomaufsicht, den Neustart der Reaktoren unter bestimmten Voraussetzungen zu genehmigen.

Inzwischen befinden sich neun Blöcke wieder in Betrieb, vor allem auf Kyushu und in Westjapan. Der Rückbau von 24 Atomreaktoren, darunter die AKWs Fukushima 1 und 2 mit zehn Blöcken, ist beschlossen.

In der japanischen Energiestrategie nimmt die Atomkraft nach wie vor eine wichtige Rolle ein. Denn ohne einen gewissen Anteil an Nuklearstrom hätte Japan keine Chance, seine Klimaziele zu erreichen. Zu gering ist nach wie vor der Anteil erneuerbarer Energiequellen.

Bild: Onagawa Nuclear Power Station in 2012 (Wikipedia CC BY-SA 4.0)