Tokio (JAPANMARKT) – Deutsche und europäische Zulieferer zeigten auf Japans größter Bahnmesse Flagge. Vom Gleisbau über Signaltechnik bis hin zu Komponenten für Züge – viele Unternehmen wollen im japanischen Bahnsektor stärker Fuß fassen. Doch dafür braucht es einen langen Atem. 

Lange galt der japanische Markt für Bahntechnik als geschlossen. Die JR-Firmen sind konservativ und setzen vor allem auf lokale Zulieferer. Doch die Betreiber öffnen sich – auch dank des politischen Drucks im Zuge des Freihandelsabkommens mit der EU.

Profitieren können davon deutsche Unternehmen, die bereit sind, sich auf lange technische Diskussionen mit den japanischen Bahnbetreibern und Zugbauern einzulassen. Oft steht am Anfang eine Reihe von Tests und Pilotprojekten, bevor die Komponenten im Feld oder im Zug verbaut werden. Denn Entscheidungen in der Branche sind langwierig, vor allem wenn sie sicherheitsrelevante Systeme betreffen.

Die „Mass-Trans Innovation“ in Makuhari findet alle zwei Jahre statt.  Viele deutsche Unternehmen präsentierten sich im November auf der größten japanischen Bahnmesse in einem von der Europäischen Union geförderten Pavillon. Auch Schweizer Firmen zeigten gemeinsam Flagge. Daneben hatten Firmen wie Knorr-Bremse und Plasser & Theurer große eigene Stände. Beide Unternehmen beweisen, dass sich das Geschäft in Japan lohnt.

Knorr-Bremse benötigte fast zehn Jahre, um den Markt zu knacken und die Zulassung zu bekommen. Inzwischen sind dessen Bremssysteme in den neuesten Shinkansen-Generationen von JR East verbaut. Plasser & Theurer aus Österreich, Weltmarktführer für Bahnbaumaschinen, beliefert die JR-Gruppe und private Betreiber seit vielen Jahren mit großen Wartungsmaschinen. Bei JR West ist ein Schwellenwechselzug im Einsatz, bei JR East ein gemeinsam mit Robel aus Freilassing entwickelter Gleiswechselzug.

Für die japanischen Bahnbetreiber wird es immer schwieriger, geeignete Mitarbeiter zu finden, die die schweren Arbeiten in den nächtlichen Sperrpausen durchführen wollen. Daher gibt es einen großen Bedarf an Ausrüstungen, die die Automatisierung fördern. Dies gilt auch für digitale Überwachungssysteme, die Bahnfirmen unterstützen, ihre Wartungsprozesse zu optimieren.

Bild: Mass-Trans Innovation Japan 2019