Tokio (JAPANMARKT) – In Rekordzeit hat sich Japan mit den USA auf Erleichterungen im gegenseitigen Warenverkehr geeinigt. Bald sollen die Zölle für viele landwirtschaftliche Güter sinken. Die Autobranche bleibt aber vorerst ausgespart.

Das japanische Oberhaus hat dem mit der Trump-Regierung vereinbarten Handelsvertrag letzte Woche zugestimmt. Damit ist der Weg frei für erhebliche Erleichterungen im gegenseitigen Handel. Das Abkommen soll schon Anfang 2020 in Kraft treten.

Japan wird die Zölle für landwirtschaftliche Waren im Wert von 7,2 Milliarden US-Dollar senken oder streichen. So soll der Zoll auf amerikanisches Rindfleisch von bisher 38,5 Prozent auf neun Prozent sinken. Andere US-amerikanische Produkte, darunter Schweinefleisch, Wein und Käse, werden ebenfalls einen besseren Marktzugang erhalten. Damit werden US-Anbieter wieder mit Mitgliedern der Trans-Pazifischen Partnerschaft (TPP) wie Australien und Kanada auf Augenhöhe sein.

Im Gegenzug werden die Vereinigten Staaten Zölle auf japanische Industriegüter wie Fertigungsanlagen und Klimaanlagenteile streichen oder senken. Das Abkommen sieht jedoch nicht die Aufhebung des 2,5-Prozent-Tarifs für japanische Automobile vor, den Tokio dringend wünscht und den Washington im Rahmen des TPP gewährt hatte, bevor es ausstieg. Autozölle sollen „Gegenstand weiterer Verhandlungen“ seien.

Ob es noch zu einem umfassenden Freihandelsabkommen der Nummer 1 und 3 der Weltwirtschaft kommt, das Bereiche wie Dienstleistungen und Investitionen umfasst, bleibt abzuwarten. Nach Inkrafttreten des aktuellen Abkommens haben die Länder vereinbart, Konsultationen für weitere Handelsgespräche innerhalb von vier Monaten abzuschließen. Dann muss neben dem Auto-Konflikt auch die Frage des Zollabbaus auf Reisimporte geklärt werden.

Ursprünglich sollten Japan und die USA in der TPP mit Australien, Chile, Mexiko und anderen Pazifik-Anrainerstaaten eine der größten Freihandelszonen der Welt bilden. Donald Trump aber war Anfang 2017 aus dem von seinem Vorgänger Barack Obama abgeschlossenen Freihandelsvertrag ausgestiegen.

Bild: Shinzo Abe und Donald Trump (Wikipedia CC BY 4.0)