Tokio (JAPANMARKT) – Japan hat einen neuen Kaiser und eine neue Kaiserin. Die Thronbesteigung war aber nicht das einzige prägende Ereignis des Jahres. Premier Abe hält sich wacker und vernetzt Japan international immer besser. Die Konzerne tüfteln an neuen Technologien und investieren Milliarden in künstliche Intelligenz, grüne Energie und neue Transportsysteme.

Wenn Japaner auf das zu Ende gehende Jahr zurückblicken, dann fällt ihnen vor allem eines ein: die Thronbesteigung von Kaiser Naruhito und das Winken ihrer neuen Kaiserin Masako. Gleichzeitig war es der Übergang zur neuen Zeitrechnung Reiwa – „schöne Harmonie“. Das hatte noch im 31. Jahr der Heisei-Ära begonnen, bis der alte Kaiser Anfang Mai seinem Sohn Platz machte.

In der Politik konnte Premierminister Shinzo Abe seine Regierung fortsetzen – er hält sich inzwischen seit sieben Jahren im Amt und ist damit der am längsten regierende Premierminister in der japanischen Geschichte. Rücktritte wichtiger Minister seines Kabinetts schadeten ihm bisher nicht. Seine wirtschaftspolitische Bilanz ist dafür zu gut. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer im Oktober von acht auf zehn Prozent hat der Wirtschaft weniger geschadet als befürchtet.

Auch international ist Abe fest etabliert. Im Iran-Konflikt versuchte er zu vermitteln. Mit Trump konnte er sich schnell auf den ersten Teil eines Handelsabkommens einigen.

Ein Meilenstein in den Beziehungen zur Europäischen Union war das Inkrafttreten des Wirtschaftspartnerschaftsabkommens am 1. Februar 2019. Damit ist eine Freihandelszone mit 600 Millionen Menschen entstanden, in der fast ein Drittel des weltweiten BIP erwirtschaftet wird. Mit dem Abkommen fallen nicht nur Zölle in Höhe von einer Milliarde Euro weg. Gleichzeitig haben Japan und die EU sich verständigt, bei strategischen Themen stärker zusammenzuarbeiten, so etwa in Fragen der internationalen Sicherheit, der Cyberkriminalität und des Klimaschutzes.

Die japanischen Autobauer haben 2019 genutzt, um Fortschritte in der Elektromobilität zu machen. Auf der Tokyo Motor Show zeigten sie neue Elektromodelle, gleichzeitig entwickeln sie konkrete Anwendungen für Wasserstoff. Nissan kündigte ein reines Elektro-SUV an, der Konzern kämpft aber mit Absatz- und Managementproblemen. Nach der Verhaftung des ehemaligen Chefs Carlos Ghosn musste auch sein Nachfolger wegen Unregelmäßigkeiten zurücktreten.

Softbank ist weiterhin fest entschlossen, einen zweiten Vision Fonds aufzulegen, mit einem Volumen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar. Damit sollen aufstrebende Technologieunternehmen gefördert werden, unter anderen für Robotertechnik und künstliche Intelligenz. Gleichzeitig musste der Telekom- und Beteiligungskonzern aber Milliarden an seiner We Work-Investition abschreiben.

Die Telekomkonzerne sind dabei, das neue 5G-Netz aufzubauen. Die hohen Aufwendungen belasten das Ergebnis von Firmen wie NTT Docomo. Bald dürften sie allerdings die Früchte ernten. Das neue Mobilfunknetz wird schon getestet und soll 2020 richtig starten.

Bild: ©Cabinet Public Relations Office, Cabinet Secretariat. (Prime Minister of Japan and his Cabinet CC BY 4.0)